.:: BOGENHÖLZER

Eibe: Ab der Jungsteinzeit, also ca. ab 5000 v.Ch. stand die Eibe(Lat.: Taxus baccata) nach der Kälteperiode der letzten Eiszeit wieder in ausreichender Menge zur Verfügung! Auch die als „Ötzi“ bekannt gewordene Gletschermumie besaß einen Bogenstab (die Sehne fehlte noch) aus Eibe. Heute ist die Eibe leider sehr selten geworden und fast nicht mehr zu bekommen, denn sie steht unter Naturschutz! Das liegt vor allem daran, dass die Bogenbauer des Mittelalters die Eibe in rauen Mengen abholzten und benutzten.
Da alle Pflanzenteile mit Ausnahme des Samenmantels stark giftig sind und dem Bogenbauer vor allem der Holzstaub bei der Verarbeitung schaden kann, ist unbedingt ein Atemschutz bei der Verarbeitung zu tragen! Eibe ist sicher das beste und edelste europäische Bogenholz, das gerade bei kühlen Temperaturen erstaunliche Wurfleistungen entwickelt. Leider benötigt ein sehr guter Eibenrohling einige hundert Jahre, da nur die alten Bäume sehr langsam wachsen, weshalb die Jahresringe schön eng liegen. Junge Eiben wachsen strauchartig und relativ schnell, weshalb sie in der Regel zwar ein passables, aber kein so excellentes Bogenholz abgeben.
Das Splintholz gibt dem Bogen die nötige Elastizität und Stabilität, da es sehr zugstabil ist. Während das Kernholz sehr leicht und hart, also druckstabil ist und so dem Bogen die sehr gute Wurfleistung ermöglicht. Deswegen ist dieses Holz ideal für den Langbogenbau, da es hier seine individuellen Eigenschaften durch die dickeren Wurfarme voll ausspielen kann!

Das dunkle Kernholz alleine ist zu spröde und würde brechen.

Esche ist ein leicht zu beschaffendes Holz und auch gar nicht so teuer! Es besitzt im Bogenbau eine Jahrhunderte alte Tradition, hat gute Schusseigenschaften und ist leicht zu bearbeiten.

Das Holz neigt jedoch leider zum Stringfollow, weswegen ich dazu rate, entweder einen Flachbogen daraus zu bauen oder den Langbogen ein kleines Stück länger zu lassen als ursprünglich geplant.

Hickory ist ein extrem langfaseriges Holz und an Robustheit kaum zu übertreffen, deshalb eignet es sich nicht zuletzt wegen seiner guten Verarbeitungsqualitäten hervorragend als Anfängerstück!
Auch wird es oft als Backingmaterial verwendet.

Manau, ist ein Rattangewächs, das zu den Palmen, einer eigenständigen Pflanzengruppe gehört, deren Hölzer sich von den Nadel- und Laubhölzern grundsätzlich unterscheiden.
Dieses Gewächs besteht nur aus Splintholz, wächst ohne Jahresringe und ist daher extrem zugstabil.
Aus diesem Material lassen sich aufgrund des im Vergleich zu anderen Hölzern geringeren Arbeitsaufwandes sehr preisgünstige Bögen herstellen. Ideal für Einsteiger und Jugendliche! Allerdings sind auch die zu erreichenden Zuggewichte recht begrenzt.
Bögen von 30 - max. 40 Lbs sind maximal möglich.

Osage Orange ist mit Sicherheit eines der weltbesten Bogenhölzer überhaupt. Zum Bogenbau verwendet man allerdings ausschließlich das Kernholz.
Zur Herstellung von Selfbows für Schützen, die auf Pfeilgeschwindigkeit und Präzision Wert legen (wie z.B.Feldbogenschützen), empfehle ich das nordamerikanische Spitzenholz Osage Orange, das wie kein anderes Holz Flexibilität, Härte und Torsionssteifigkeit in sich vereint.

Robinie: Zwar ist die Robinie, auch Akazie genannt, seit dem 17. Jahrhundert in Europa heimisch, ursprünglich stammt sie allerdings aus Nord-Amerika.
Wie bei Osage Orange wird auch hier nur das Kernholz zur Bogenherstellung verwendet.

Ulme ist auch schwierig zu bekommen, besitzt allerdings eine sehr schöne Maserung und gibt einen vorzüglichen Flachbogen ab.
Besonders gute Stücke eignen sich auch sehr gut für Langbögen.
Da die Eibe sich nach der letzten Eiszeit nur langsam wieder in Mittel- und Nordeuropa ausbreiten konnte, benutzten die Jäger der Mittelsteinzeit hauptsächlich Ulmenholz.
Der älteste Bogenfund Europas ist der Fund eines Ulmen-Flachbogens in Holmegaard (Dänemark), der ca. 10.000 Jahre alt ist.

In Haithabu wurden auch wikingische Langbögen gefunden, die aus Ulme gefertigt wurden.
Auch wurden englische Langbögen zum Teil aus Ulme gefertigt.